Ein neues Quartier für Favoriten

Das rund 48.000 m² große Areal - bislang reiner Gewerbestandort im östlichen Bereich von Favoriten zwischen Gudrunstraße und Quellenstraße - soll zu einem neuen, vielfältigen Stadtquartier werden.
Dieser neu gestaltete Lebensraum soll durch eine ausgewogene Mischung von Wohnen sowie Gewerbe, Nahversorgungs-, Bildungs- und Kinderbetreuungs-einrichtungen aufgewertet werden. Zentrales Element bildet dabei ein 11.500 m² großer öffentlicher Park.

Auf dem Areal werden rund 1.100 Wohnungen errichtet, zwei Drittel davon geförderter Wohnbau. Gewerbenutzungen in den Erdgeschoßzonen, attraktiv gestaltete Aufenthaltsflächen und ein engmaschiges Fußwegenetz tragen zu einem vitalen Stadtquartier bei. Nachhaltige Mobilität wird durch neue Radwege und einen größtenteils autofreien Straßenraum gefördert. Einzig das Areal der „urbanen Binnenzone“ soll für Anrainer und Anliegerverkehr geöffnet werden. Sowohl die ganztägig geführte Volksschule, als auch der Kindergarten profitieren von zugeordneten Freiflächen mit direktem Anschluss an die Parkfläche.

Der STC – Swiss Town Consult als Projektentwickler ist bei diesem Projekt die langfristige Steigerung der Lebensqualität in Favoriten ein zentrales Anliegen. Die Kombination von ökonomischer Weitsicht und ökologischem und sozialem Verantwortungs-bewusstsein sind Triebfeder für die weiteren Schritte in der Realisierung des Projekts. Die Schaffung von leistbarem, qualitätvollem Wohnbau gepaart mit ressourcenschonender, ökologischer Bauweise und die Berücksichtigung von klimarelevanten Faktoren der Stadtentwicklung zeichnet das Projekt aus.


Von Drahtseilen über IT-Forschung zum Schulungscampus

Bevor Siemens Mitte der 1980er Jahr an der Quellenstraße 2 für den damals aufstrebenden Telekommunikationssektor einen Forschungs-& Entwicklung Campus errichtete, befand sich auf dem
5 ha großen Areal hinter dem Arbeiterviertel Kreta ein Kabel- und Drahtseilwerk des deutschen Stahlunternehmens Felten & Guilleaume.

Nach der Übernahme durch Siemens Anfang der 80er Jahre wurde das Werk stillgelegt und jener Bürokomplex errichtet, der heute den Kempelenpark architektonisch und baulich dominiert. Der zweiteilige Büro-Großbau mit 32.000m2 Nutzfläche samt externer Betriebskantine und anderweitigen Nebengebäuden (mit weiteren 6.000 m2 Nutzfläche) wurde im Ensemble mit einer großzügigen Campus-Grünanlage geplant und 1986 fertig gestellt. 

Ab 2009 ist Siemens schrittweise vom Standort im
10. Bezirk an den Zentralstandort Siemens City Wien übergesiedelt. Derzeit fungieren große Teile der Bürobauten als Schulungs- und Beratungs-einrichtungen für Beruf und Weiterbildung. Diese neue Nutzung zeigt die funktionalen Qualitäten dieser ehemals High-End-Büroarchitektur aus den 80er Jahren: flexible Wandmodule, solide Bauqualität und die großzügige Erschließung haben die Adaptierung zu Schulungsbetrieben ohne größere Baueingriffe möglich gemacht und lassen bis zu einem gewissen Grad auch lager- und transportintensives Gewerbe zu.

Das HAWI & ein Park für die Nachbarschaft

2016 war der Kempelenpark mit dem Flüchtlingswohnprojekt HAWI (tnE Architects) in der Biennale in Venedig vertreten. Im Rahmen dieses außergewöhnlichen Projekts, in dem Studierende und junge Flüchtlinge gemeinsam zwei Bürogeschoße bewohnten, wurden auch die Campus-Grünanlage und der Vorplatz an der Quellenstraße neugestaltet. Der Kempelenpark – so der neue Name für diese Freiräume - steht seither inklusive einem offenen Stadtraum der Öffentlichkeit zur Verfügung. Mit dem inzwischen beachtlichen Großbaumbestand stellt der Kempelenpark eine wichtige Grün-Oase in der dichtverbauten Nachbarschaft dar.


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